Monatsarchiv

April 2015

Gesundheit&Pflege

Was haben die Bücher „…Resilienz bei Kindern fördern…“ und  „der Junge muss an die frische Luft…“ gemeinsam?

26. April 2015

Wir freuen uns über den Zuspruch für unseren Blog. Und so haben wir uns auch sehr gefreut, als die GRIN Verlag GmbH auf uns zu gekommen ist und uns fragte, ob wir eine Rezension über Ihr Buch:  „Trotzdem stark! Resilienz bei Kindern fördern und stärken“ schreiben möchten. Und das möchten wir.

Zu der Sach-Buchempfehlung: „Trotzdem stark! Resilienz bei Kindern fördern und stärken“ ist Hape Kerkelings „Der Junge muss an die frische Luft –  Meine Kindheit und ich“  der Praxisbericht. Hier ist am autobiografischen Bericht ganz deutlich nachzulesen, wie Resilienz (psychische Widerstandsfähigkeit) funktioniert.

Als theoretischen Einstieg in das Thema Resilienz und Resilienzforschung ist das Sachbuch gut geeignet. Zum einen da es 4 Arbeiten (z.T. Beachlorarbeiten) beinhaltet und somit die  Literaturrecherche sehr umfangreich ist und zum anderen, weil das Thema vielseitig beleuchtet wurde.

Folgende Fragestellungen der Resilienzforschung wurden untersucht:

  1. Inwieweit kann offene Kinder- und Jugendarbeit die Resilienzforschung unterstützen?
  2. Wie kann man Kinder zu Stärke und Widerstandsfähigkeit befähigen? Hier werden die  Möglichkeiten des Resilienzkonzeptes und der Montessori-Pädagogik vorgestellt.
  3. Die Bedeutung von Resilienz für die Prävention von Störungen des Sozialverhaltens im Kindes- und Jugendalter.
  4. Die Bedeutung einer feinfühligen Bezugsperson für die Resilienz eines Kindes bei Trennung und Scheidung.

Zunächst will ich erst einmal den Begriff „Resilienz“ erläutern:

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Alltagsgeschichten

Regretting Motherhood – entfeminisiert, fremdbestimmt, erschöpft: Mutterschaft bedauern?

13. April 2015

family-469583__180Ich bin ja ganz ehrlich. Beim Lesen des erstens Absatzes des Artikels der Süddeutschen Zeitung zu dem Thema, dachte auch ich gleich: „Wie kann man als Mutter seine Mutterschaft bedauern?“ Auch ich bin dem gesellschaftlichen Anspruch auf den Leim gegangen, dass man als Mutter doch seine Kinder und die neue Rolle als Bereicherung begreifen muss. Jegliche Form der Verneinung bzw. des Bedauern löst dieses Bild der Rabenmutter aus oder zumindest das Gefühl – da stimmt doch etwas mit der Frau nicht. Aber je länger ich mich mit dem Artikel beschäftigte und mir die Argumente verinnerlichte, desto mehr begreife ich, dass diese Mütter nicht bedauern ihre Kinder bekommen zu haben und diese auch nicht weniger lieben – sondern schlichtweg die Mutterrolle als solche nicht als ihr Lebenskonzept annehmen können oder wollen.

Und in der Tat – lassen wir es uns mal auf der Zunge zergehen: Es ist die größte und einschneidenste Veränderung, die einer Frau passieren kann. Nach der Geburt des eigenen Kindes ist nichts mehr wie vorher. Im Gegenteil – es fängt bereits in der Schwangerschaft an. Der Körper und Dank der Hormone auch die Psyche, verändern sich komplett. Nichts ist so, wie Frau es erwartet. In meinem Fall zwar positiv, denn ich hatte eine schöne Schwangerschaft, aber die körperlichen Veränderungen habe ich mit Staunen verfolgt. Insbesondere die Müdigkeit in den ersten drei Monaten, gepaart mit dem Zusammenbruch der eigenen bereits vorher kaum vorhandenen Kondition, haben mich zu immer mehr Pausen gezwungen. Die sonst so lockere Leistungsfähigkeit, die mir mein Job abfordert, war kurzer Hand dahin. Und dann hast Du selbst den Satz ‚ Schwangerschaft ist keine Krankheit‘ im Kopf und pfeifst trotzdem auf dem letzten Loch.

sad-505857__180Die Enteignung des eigenen Körpers geht auch nach der Geburt weiter. Völlig entsetzt habe ich damals zu meiner Hebamme gesagt: „Wenn ich wirklich alle 2 bis 3 Stunden stille, dann komme ich ja gar nicht mehr vom Sofa hoch!“ Da das mit dem Stillen nicht auf Anhieb klappte, musste ich zwischen den Stillversuchen, dann noch 30 bis 40 min an die Abpumpstation. Mehr Milchkuh-Gefühl ging definitiv nicht. In der Zeit fühlte ich mich nicht nur fremdbestimmt, ich fragte mich auch, wann ich mal mit dem Zwerg raus gehen kann. Es war für mich schier unvorstellbar, dass alles auch noch unterwegs zu händeln. Und so sah ich mich schon mit meinem Sofa komplett verwachsen. Nun ja – wie auch immer ich das geschafft habe – aber meine Tochter und ich haben bis zum 6. Monat durchgehalten. Muttermilch ist ja das Beste, was Du als Mama Deinem Kind geben kannst (auch so ein gesellschaftlicher Pathos, der Druck erzeugt).

In meinem Fall ist die Herausforderung, dass ich allein erziehend bin. Mit viel Glück, durfte ich (zwar nicht bei meinem eigentlichen Arbeitgeber) aber im Konzernverbund vor einem halben Jahr in Teilzeit anfangen. Erst mit 20 Stunden die Woche, mittlerweile sind es 25 Stunden. Ich muss sagen, dass ich einen sehr verständnisvollen Chef habe, der selbst Vater eines 3 Jährigen ist. Das erleichtert ungemein die Kommunikation, gerade in Krankheitsfällen. Mir war nicht klar, dass meine Paula im ersten Kita-Jahr fast monatlich einen Infekt mit nach Hause schleppt. Im ersten Quartal sind dann schon mal die ersten 10 Tage meiner möglichen 20 Tage der Krankschreibung wegen Kindeserkrankung aufgebraucht. Da ich alleine bin bzw. bei hoch ansteckenden Infekten auch keine Oma einspringen kann, ist das mein größtes Problem. Es bleibt das schlechte Gewissen – entweder gegenüber dem Arbeitgeber oder wenn Du Dein Kind zu früh in die Kita schickst, gegenüber dem eigenen Fratz. Ein Dilemma was sich nicht so einfach auflösen lässt.

Das was mich aber am meisten schockiert hat, war die schleichende Erkenntnis, dass Du woman-698946__180als Mama nie wieder krank bist bzw. sein darfst. Du kannst Dich nicht einfach krank ins Bett legen. Es wäre dann schlichtweg niemand da, der Dein kleines Monster versorgt. Und ich gebe ehrlich zu: In den Momenten, in denen ich selbst große Schmerzen habe oder einfach nur erschöpft eine Runde schlafen will, sehne ich mich schon nach meinem alten Leben zurück. Aber nur ganz kurz, bis meine Paula vor mir steht und sagt: „Mama hat Aua? Soll Paula pusten?“ Und dann prustet sie mir dabei Feuchtes in die Augen.

Also auch ich bedauere meine Mutterschaft nicht, aber ich kann es verstehen und finde es auch legitim, wenn es andere Mamas tun. Ganz ehrlich, wenn Männer die Kinder bekommen und in der gesellschaftlichen Mutterrolle verhaftet wären, wäre das gegenseitige Bedauern Stammtischthema Nummer 1 und auf den Chefetagen familien- und karrierekompatibel gelöst. 😉

 

Eure Lara aus Zehlendorf

Alltagsgeschichten

Regretting Motherhood – Du gibst dein altes Leben ab und bekommst ein unbekanntes neues

12. April 2015

Besser kann ich es nicht zusammenfassen.

Wir haben uns sehnlichst ein Kind gewünscht. Dafür habe ich allerhand Bemühungen auf mich genommen. Es war das bis dato beste Geburtstagsgeschenk, das ich je bekommen habe. Meine Schwangerschaft war ein Traum. Mir war weder schlecht noch habe ich 30 kg zugenommen. Ich habe mich einfach nur wohl gefühlt und habe bis zum letzten Tag gearbeitet. Nach Wunsch meines Klienten, hätte er mich noch im Kreißsal mit Arbeit versorgt…

OK, dafür war die Geburt ne echte Quälerei und ein Notkaiserschnitt ist auch kein Vergnügen. Jetzt sind die Wunden lange verheilt und ich habe ein gesundes Kind. Am Anfang musste ich mich erst einmal ganz neu organisieren. Mal eben in die Sachen hüpfen und los – aussichtslos. Wir mussten einen neuen Weg finden. Ich habe viele Dinge neu gelernt:

  • Nachtschlaf wird völlig überbewertet.
  • Ein eigener Name ist unnötig, wenn frau „Mama von Mats“ ist (hübsch finde ich auch die Wortschöpfung „Matsmama“).
  • Intelligenz, Arbeitswille, Berufserfahrung und andere berufsnotwendige Dinge – werden mit dem Kind rausgequetscht. Hab ich auch nicht für möglich gehalten, mein Arbeitgeber hat mir aber mit seiner „Unterstützung“ genau DAS klar gemacht.
  • Der Wunsch nach gut entlohnter hochqualitativer Teilzeitarbeit, liegt ungefähr auf gleicher Ebene, wie ein Sommerurlaub auf dem Mond …

Ich kann Nina nur zustimmen, alles geht noch irgendwie mit einem Kind. Mit Kind 2 wird alles noch einmal anders. Ich hätte mir auch nicht vorstellen können, das es doppelt so anstrengend ist bzw. doppelt Arbeit ist. Ich dachte, vieles würde sich eher entspannen. Nö, is´nich´so!

Aber wenn mich jemand fragen würde, ob ich mit meinem jetzigen Wissen noch einmal Mutter werden wollen würde, dann würde ich sagen: JA! JA! JA!

Einige Kleinigkeiten würde ich anders machen und ich würde ein bisschen eher anfangen, mit dem Kinderkriegen. Für mich ist es gut, dass ich mich schon ausleben konnte und viel erlebt und von der Welt gesehen habe. So kann ich „ausgetobt“  zu Hause sitzen und bekomme nur gelegentlich den „Kinder-Knast-Koller“. Der schleicht sich ein, wenn mal wieder alles an mir hängt (Haushalt und Wäscheberge; an alles die Kinder betreffend denken für Schule, Kita, Kindergeburtstag, hohe Fest- und Feiertage; mich selber organisieren – Job, Arzt, Frisör, Kosmetik; …) und mein Mann lange arbeitet, seine Karriere pflegt und nach einem anstrengenden Tag noch ein Weinchen nach der Arbeit trinken geht. Da habe ich von Lara immer den Satz im Ohr: „Sind wir nicht alle ein bisschen allein erziehend…?“

Ich glaube 3 Dinge sind besonders anstrengend für Mütter:

1. Das die Hauptlast auf ihnen liegt – auch wenn die Männer mithelfen.

2. Das ihre Arbeit so wenig gesellschaftlich gewürdigt wird.
„Ich bin schließlich Managerin eines Familienunternehmens“ – dann klappt´s auch mit dem Ahhhh-Effekt.

3. Das sie im Arbeitsleben nicht unterstützt, sondern nach allen Regeln der Kunst ausgebremst werden.

Ich habe da immer noch im Ohr – Akademikerinnen sollen mehr Kinder bekommen. Jo – und dann? Vollzeit geht nur als „Rabenmutter“ mit einer Entourage an Hilfskräften. Teilzeit, tja, da fehlt den meisten Arbeitgebern Wille und Einfallsreichtum – wie das wohl gehen könnte?

Ich glaube, wir Mütter brauchen ein neues Selbstbewusstsein! Es ist o.k.:

  • Nicht immer Geduld zu haben – geht sowieso nicht.
  • Sich einzugestehen und es auch sagen – momentan fühle ich mich überfordert (aus welchen Gründen auch immer).
  • Nicht alles zu können: malen, basteln, schneidern, singen, backen, …
  • Eigene Wünsche und Interessen zu haben, auch wenn die Kinder und der Partner darüber mosern.
  • Auszeiten zu nehmen – was viele von uns gar nicht oder zu selten machen – damit das Mutterschiff auch morgen noch kraftvoll zupacken und zuhören kann…
  • Arbeiten und Mutter sein zu wollen und Unterstützung einzufordern.

So könnt´s gehen.

Eure Caro
aus Lichterfelde

Alltagsgeschichten

Regretting Motherhood – Umtausch ausgeschlossen

11. April 2015

Familie_oder

Letzten Samstag erschien ein Artikel in der SZ „Unglückliche Mütter: Sie wollen ihr Leben zurück“. Dieser Artikel beschäftigt sich mit einem Tabu-Thema: Mütter, die öffentlich zugeben, keine Mutter sein zu wollen bzw. es bedauern eine Mutter geworden zu sein. Dabei geht es hier nicht um den Wunsch nach einer kleinen Auszeit vom Mama-Dasein, sondern darum ein anderes Leben zu wählen, wenn frau denn könnte:

„[…] Nur ein einziges gemeinsames Kriterium war es, nach dem Donath die Studienteilnehmerinnen ausgewählt hatte. Allen stellte sie die Frage: „Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten, würden Sie dann noch einmal Mutter werden, mit dem Wissen, das Sie heute haben?“ Was die Mütter in der Studie vereinte, war ihre Antwort auf diese Frage: „Nein“ […]“.

Ein schwieriges anspruchsvolles Thema, welches viele BloggerInnen zur Zeit umtreibt, so auch uns. Darum gibt es an dieser Stelle in den folgenden Tagen vier Statements von vier verschiedenen Moms in unterschiedlichen Lebenssituationen:

Keiner hat mich auf die Mutterrolle vorbereitet, wie auch? Jedes Kind und jede Mutter ist anders. Alles was ich mit Tom in den ersten Jahren erlebt habe war super schön, anstrengend und intensiv. Womit ich nicht gerechnet habe und was mich total umgehauen hat ist die Erfahrung zwei Kinder zu haben. Ich habe niemals damit gerechnet, wie schön es ist aber leider auch nicht, wie sehr mich das aus meinem bisherigen Leben rauswirft. Während ich mit nur einem Kind noch an allen Fronten gekämpft habe, beruflich und privat, eben doch „trotz“ Kind alles unter einen Hut zu bekommen, hatte ich lange Zeit mit zwei Kindern, dafür einfach keine Kraft mehr.

Ich bedauere es nicht Mama zu sein, sondern was die Gesellschaft aus Frauen macht die Mütter sind.  Die totale Beschränkung auf diese eine Rolle. Ich bin nicht mehr Nina, sondern Tom’s Mama oder die Mama von Sara. Plötzlich muss ich nähen, basteln, backen und malen können und jedem gute Erziehungstipps geben. Mit ganz vielen Mamas befreundet sein, die gleichaltrige Kinder haben, damit ich nicht alleine auf dem Spielplatz rumstehe und meine Kinder nicht plötzlich anfangen mit fremden (!) Kindern zu spielen. Das ist anstrengend. Auch die direkte und indirekte Einmischung von außen in mein Familienleben ist anstrengend und in diesem Maße überhaupt nicht vorhersehbar gewesen. Beruflich kann ich nun nicht mehr so arbeiten wie vorher, es ist egal, was ich möchte, die Fähigkeit allein wird mir direkt abgesprochen. Mit zwei kleinen Kindern Vollzeit arbeiten und reisen? Nein, das geht nun wirklich nicht. Doch, es geht ganz bestimmt sogar! Aber so arbeiten wie vor den beiden Zwergen möchte ich einfach nicht mehr. Denn mit einem einfachen Satz änderte mein Sohn meine damalige Sichtweise auf den Job schlagartig: „Wenn Mama arbeitet, ist sie nicht mehr da.“

Natürlich gibt es auch immer wieder Momente in denen ich mich in der Mutterrolle unwohl fühle, weil ich mich z.B. mit anderen vergleiche und in meinen Augen schlechter abschneide. Oder weil ich einfach keine Geduld mehr habe und ich meine Kinder zum Mond schicken möchte (aber bitte mit Rückfahrschein), aber deswegen möchte ich meine Kinder nicht hergeben. Doch seit ich beruflich wieder neu Fuß fassen möchte und merke, das es trotz guter Ausbildung etc. eben doch oft an der „Mutterrolle“ scheitert, habe auch ich mich öfters bei dem Gedanken ertappt, wie es wäre doch keine Kinder bekommen zu haben. Darum hat mich der Artikel in der SZ auch eiskalt erwischt und ich habe mich ernsthaft gefragt, ob ich es bereue Kinder bekommen zu haben. Aber die Antwort lautet ganz deutlich: NEIN.

Auch wenn ich nicht so empfinde, kann ich es zumindest in gewisser Weise nachvollziehen, warum manche Mütter sagen, sie würden das alles nicht noch einmal machen, wenn sie neu wählen könnten. Denn mit Kindern ist es ein komplett anderes Leben, als ohne. Wenn jedoch die Last, Kinder zu haben vor der Freude überwiegt, muss es wahnsinnig schwer sein, damit zu leben und trotzdem alles zu meistern. Zudem, ist die Mutterrolle einmal angenommen, macht frau sich immer Gedanken um ihr Kind, egal wie nah Mutter und Kind sich letztendlich sind. Da gibt es kein Zurück.

Ich für meinen Teil bin froh meine Kinder zu haben. Denn neben all diesen kleinen nervigen Dingen, sind es vor allem die alltäglichen Situationen mit meinen Zwergen, die mein Leben bereichern. Dabei zu sehen zu dürfen, wie sie mit großen Augen die Welt täglich neu entdecken, wie sie mir ihr uneingeschränktes Vertrauen schenken, wie sie lernen und wachsen – das ist ein großes Geschenk. Die Möglichkeit viele Dinge mit ihnen wieder anders zu betrachten, neu zu entdecken oder einfach gemeinsam zu Lachen und auch noch mal Kind zu sein – das möchte ich nicht mehr missen.

Eure Nina

 

Eine Auswahl an weiteren wertvollen Beiträgen zu dem Thema:

Spiel&Spaß

5 Gründe warum wir lieber in den Berliner Tierpark gehen als in den Zoo

10. April 2015

BlumenDer Frühling ist da! Nicht nur kalendarisch, sondern ganz in echt, direkt vor der Tür. Ich kann ihn an blühenden Blumen riechen, an leicht grünen Bäumen sehen und bereits die ersten warmen Sonnenstrahlen auf meiner Haut spüren. Was will ich dann? Richtig: Endlich wieder raus in die Natur! 🙂

Neulich hatte die Kita zu und somit war ein Tagesausflug mit meinen zwei Kindern geradezu vorprogrammiert. Da mich die beiden Zwerge tags zuvor nervlich an den Rand des Wahnsinns getrieben hatten (ich weiß, es ist alles nur eine Phase), bat ich die Oma um „Begleitschutz“ und unserem Ausflug in den Tierpark stand nichts mehr im Weg. Nichts, außer das die Oma lieber in den Zoo geht und noch nie (!) im Tierpark war, da mussten Argumente her:

  • der Tierpark ist viel größer
  • die Parkanlage bietet Möglichkeiten zum Spielen, Picknicken und Entdecken
  • es gibt mehr Platz für die Tiere und die Besucher
  • größere Pflanzenvielfalt (mehr Natur)
  • es gibt unterschiedliche Elefantenarten und diverse Raubtiere

elefantBevor ich jedoch etwas über unseren Ausflug schreibe, muss ich etwas zu meiner doch recht zwiespältigen Einstellung zu Tierparks und Zoos im Allgemeinen loswerden. Ich bin kein Zoofreund, denn ich halte nichts davon Tiere aus ihrem natürlichen Lebensraum zu reißen und in kleine Käfige zu stecken, nur damit wir Menschen sie betrachten können. Das ist eine sehr einseitige Betrachtung, denn ich kann überhaupt nicht beurteilen, wie sich die Tiere fühlen und was eine artgerechte Haltung dieser Tiere bedeutet. Dennoch habe ich immer Mitleid mit den Tieren und kann sie mir selten vorurteilsfrei anschauen. Aber das ist meine Meinung und ich bin dafür, dass meine Kinder sich in dieser Sache ihr eigenes Urteil bilden. Darum bin ich auch nach Toms Geburt in dieses Zoo-Abenteuer gestartet. Denn der Berliner Zoo, Aquarium und Tierpark bieten den frisch gebackenen Eltern im ersten Lebensjahr ihres Kindes eine vergünstigte Jahreskarte an, die sogenannte Babycard. Für den sensationellen Preis von 20 € hatte ich für beide Einrichtungen (Zoo & Tierpark) eine Jahreskarte. Schnell wurde der Tierpark zum Lieblingspark für ausgedehnte Spaziergänge, denn mit der U5 ist der Tierpark (von den Fahrstuhldramen am Alex einmal abgesehen) sehr schnell und gut zu erreichen.

sara_baerMit Laufrad, Kinderwagen und genügend Proviant ausgestattet, machen wir uns bei bestem Wetter auf den Weg in den Tierpark. Dank des neuen Direktors, starten wir den Rundgang ausgestattet mit einer Karte vom Park und nicht nur mit der Eintrittskarte in der Hand. So kann gleich am Anfang eine vorläufige Route bestimmt werden, damit „Eisbären, Affen, Elefanten, Giraffen und Krokodile“ auch gefunden und angeschaut werden können. Noch eine positive Neuerung erfreute uns gleich zu Beginn: Neben den guten Wickelmöglichkeiten auf den Toiletten, sind diese jetzt auch kostenfrei benutzbar (außer die im Restaurant, diese wird immer noch sehr streng von einer kleinen Toilettenfrau bewacht). Auch der Tierpark erwacht so langsam aus dem Winterschlaf und das macht einen Besuch der Parkanlage, die mit ihren 160 Hektar Fläche der größte Landschaftstiergarten in Europa ist, sehr sehenswert. Überall gibt es für die Kinder etwas zu entdecken: Blumen, alte Bäume oder auch eine der mehr als 100 Plastiken, Brunnen und anderer Kunstwerke, die im Tierpark aufgestellt sind. Das macht den Besuch des Tierparks, neben der Besichtigung der Tiere, jedes Mal noch ein wenig spannender als z.B. im Berliner Zoo.

Nach mehreren Stunden, die wie im Flug vergehen, machen wir eine kleine Rast im Restaurant. Trotz des schönen Wetters ist es Tom zu kalt und wir beschließen drinnen zu essen. Eine gute Idee, denn während wir nach dem Essen noch einen Kaffee trinken, (ich schreibe hier mal nicht „genießen“, davon war das Getränk zu weit entfernt) haben die Kinder großen Spaß daran die Fische in den vielen Aquarien zu betrachten. Frisch gestärkt machen wir uns auf den Rückweg und schauen noch kurz beim Affenhaus vorbei. Obwohl ich recht oft im Tierpark bin (dank 2 Kindern und 2x einer Jahreskarte) entdecke auch ich immer wieder neue Bereiche und Tiere – dieses Mal das Affenhaus. Welch Freude ist es für die kleinen Zwerge lauter Babyaffen zu entdecken! Es gibt zur Zeit reichlich Nachwuchs bei den Affen und es ist sehr niedlich dabei zu zusehen, wie meine beiden Monster und die kleinen Äffchen sich gegenseitig durch die Scheibe anstarren. Meinen Kindern ist nicht klar, dass sie durch eine Scheibe getrennt sind – den Affen allen Anschein nach schon. Denn springt der Affe auf sie bzw. die Scheibe zu, rennen meine Kinder schreiend weg. Das wiederholt sich öfter und der Affe hat sichtlichen Spaß dabei.Affen_Collage

Erschöpft aber glücklich verlassen wir am späten Nachmittag den Park. Dabei haben wir nur eine Hälfte gesehen, nicht mal den Spielplatz erkundet und den ganzen Bereich um das Schloss Friedrichsfelde ausgelassen. Darum starten wir beim nächsten Mal den Rundgang einfach links herum, wenn es denn klappt die Bären nicht zu besuchen…

Viel Spaß im Tierpark!

Eure Nina