Monatsarchiv

März 2015

Alltagsgeschichten

Hasi ist tot – Beerdigung nach Olsenbanden-Art

24. März 2015

Jedes Kind wünscht sich und braucht ein Haustier. Und jedes Haustier geht irgendwann den unausweichlichen Weg des Irdischen… Was dann?

Hasi, mit bürgerlichen Namen „Stupsi“ – zumindest formaljuristisch für den Tierarzt – lebt seit ca. 7 Jahren bei uns. Anni bekommt sie zum 6. Geburtstag. Nach unterschiedlichen Herbergen erhält Hasi, die im Übrigen nie wirklich zahm und schmusig wird, nach dem Umzug ein äußerst geräumiges, nach oben offenes Freilaufgehege in Annis Zimmer. Ein Paradies für Zwergkaninchen!

Hasi

Dann kommt der Mittwochmorgen im Januar. Ich komme zu Anni ins Zimmer, um sie zu ermuntern sich zu beeilen. Sie sitzt verträumt an ihrem Schminktischchen und ich blicke ins Gehege. Ich sehe Hasi unter der Holzbrücke liegen, unbeweglich – ungewöhnlich – denn sie ist immer beweglich, immer auf Zack. Unbemerkt tippe ich auf den Hasenkörper – er ist LEBLOS!

Hasis Stall

Schluck…

„Anni, ähm Hasi?!“ Sie sieht sich sofort um, starrt auf Hasi, sieht meine glasigen Augen und weiss, was geschehen ist. Im selben Augenblick rennt sie auf mich zu und fällt mir schluchzend in die Arme. Wir weinen gemeinsam herzzerreißend.
Wir gehen zum Frühstückstisch – es ist ja Schule und Zeitnot! erreichen Mick, den ich kurz in Kenntnis setze – und gedenken wieder tränenreich Hasi.
Annis Bruder Jake (15) kommt hinzu, wundert sich extrem uns schweigend mit feuchten Augen beieinander sitzen zu sehen. „Hab ich was verpasst?“ fragt er. Und die Trauer prasselt auf ihn nieder. Das Raubein nimmt seine Schwester ganz fest in den Arm, tröstet sie mit den Worten: “ keine Sorge, das ist nicht deine Schuld, liegt nicht an dir, Stupsi war schon knuffig.“

Das liegt nun Hasi in ihrem Gehege – mit einem Tuch abgedeckt. Wir brauchen einen Plan! und es bedarf der dringenden Entscheidung, wo und wie wir Hasi gebührend beerdigen.

Zunächst müssen wir eine Grabstelle finden und den Sarg „herrichten“! Stupsi soll eine ruhige und heimatliche Ruhestätte bekommen. Sie findet sich recht schnell im Garten der Großeltern. Opa will das Grab ausheben…

Also richten Anni und ich den Sarg -einen Schuhkarton- angemessen her: mit Papier ausschlagen, Hase hineinbefördern. Das stellt sich allerdings als äußerst schwierig heraus, weil keiner von uns beiden das Tier mit bloßen Händen anfassen will. Ich bin mir nicht so ganz sicher, ob wir dem Tier nicht wehtun oder es nicht berühren wollen…. Aber irgendwie muss der Hase da rein! Jetzt noch Hasis Lieblingsspielzeug und ein Abschiedsbrief beilegen. Geschafft!

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Am Tag der Beerdigung ist es bitterkalt. Der Garten grenzt an das Restaurant der Großeltern, in dem eine ausgelassene Hochzeitsgesellschaft feiert. Im Dunkeln schleichen wir ums Haus meiner (Ex-) Schwiegereltern durch tiefen Schnee. Wir nähern uns hintereinander, wie die Olsenbande und ganz verschworen dem „ausgehobenen“ Grab. Ein Blick genügt – das Loch ist viel zu klein!  Es taugt für eine Kaninchen Urnenbeisetzung – aber nicht für unseren überdimensionierten Pappsarg! So ne kleine Feuerbestattung bei der Kälte ?! Wir verwerfen den Gedanken gleich wieder… Mick muss ran und bei gefühlten -15°C das Loch erweitern. Wenigstens hat Opa den Spaten stehen lassen… und Mick friert jetzt nicht mehr.

„Sie lassen den Sarg mit Blumen herab, mit Blumen schließen sie das Grab…“ (Th. Fontane, John Maynard) – Nein, doch ein bisschen anders, aber ebenso feierlich.
Wir lassen den Sarg hinab.
Die Hochzeitsgesellschaft im Wintergarten hat eine prima Sicht auf unsere Beerdigungszeremonie. Es ist die Hochzeit von Lenas Mutter, Annis bester Freundin. Aber man feiert ausgelassen und beachtet uns gar nicht. Lena, um den traurigen Todesfall wissend, eilt herbei. Sie ist bestens vorbereitet: mit einem selbst angefertigten, mit Namen und Hasis Daten verzierten Holzkreuz und Blumen, in Form von Möhren. Sie ist eine ungemeine Bereicherung für unsere Trauergemeinde.OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Und es wird noch feierlicher: denn wir überreden Anni, eine Abschiedsrede zu halten und wirklich Abschied zu nehmen. Unsere Zeremonie krönen wir mit Wunderkerzen.

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Ich kann mich an Annis erste Erfahrung mit dem Sterben und dem Tod recht genau erinnern. Ich frage sie in Vorbereitung dieses Artikels nach ihren Erinnerungen und Details und stelle erneut fest: alles ist sehr präsent, auch nach 5 Jahren. Wir nehmen uns in die Arme und resümieren:
„Haben wir gut gemacht! Haben wir durchgestanden! Lass uns wieder über das und vieles andere ganz viel reden…“

Eure Pandara
aus dem schönen Görlitz

 

 

Hinweise

Schade – das Familiencafe Brambilla schließt nach knapp 2 Jahren

2. März 2015

Wie so viele Eltern-/Kindercafes, musste auch das Brambilla nach zwei Jahren aufgeben. Es wird jetzt eine Kita und hatte am letzten Freitag das letzte Mal geöffnet.

 

Für Paula und mich besonders Schade, da wir gerade in der Winterzeit das Holzklettergerüst mit Rutsche viel bespielt haben. Aber trotz Spielgebühr pro Kind, bleibt der Umsatz pro Besuch vermutlich hinter den laufenden Kosten zurück. Da waren wir mit unserem durchschnittlichen Umsatz von 15€ schon Spitzenreiter.

Ein Problem, dass viel Kindercafes haben, wenn sie nur ausschließlich auf Kaffee trinkende Mamis setzen. Ich denke man sollte es mit klassischer Gastronomie mit separaten Kinderzimmer oder Kinderbespassung kombinieren. Wir können beobachten, dass das auf Dauer besser zu funktionieren scheint.

Alles sehr bedauerlich, zumal es in Zehlendorf/Steglitz nicht so viele Kindercafes gibt.

Wir wünschen dem Brambilla alles Gute für Ihren Kita-Start und behalten es in guter Erinnerung.

Eure Lara aus Zehlendorf